Ich habe gestern Abend noch eine Nachricht an jemanden geschrieben. Heute Morgen der Blick aufs Handy – noch keine Antwort–
Ich hatte die Erwartung, dass sie auf meine Nachricht antwortet. Wie oft haben wir Erwartungen an andere? Und sind nicht gerade die anstehenden Festtage von Erwartungen geprägt. Die Kinder erwarten, dass der Weihnachtsmann oder das Christkind kommt. Eltern erwarten, dass ihre Kinder zu Besuch kommen. Die Familie erwartet, dass der Partner jeden Tag etwas kocht.
Das bringt mich zum nachdenken über meine Erwartungen jeden Tag an mein Umfeld. Wenn diese Erwartungen im stillen erfolgen, erzeugen diese einen inneren Druck und eine Enttäuschung, wenn diese nicht erfüllt werden. Manchmal Selbstzweifel – warum tut der andere das nicht? – Habe ich etwas falsch gemacht? Bin ich es nicht wert?
Wenn ich meine Erwartungen zum Ausdruck bringen, greife ich in das Leben der anderen massiv ein. Gewiss hat das gegenüber die Entscheidungsfreiheit meinen Erwartungen nachzukommen oder nicht. Aber wie oft möchte ich meinem Gegenüber nicht wehtun und entspreche seinen Erwartungen, auch wenn es mir selbst nicht guttut.
Dies erlebe ich auch immer wieder in der Unternehmensnachfolge. Die Tochter, der Sohn schaffen es nicht, gegenüber ihren Eltern Nein zu sagen oder von ihnen ein Nein zu ertragen. Folge ist oft, dass sie im Unternehmen eine Stelle ausüben, die nicht ihrem Herzenswunsch ihrer Seelenaufgabe entsprechen und so zwar auf der rationalen Ebene funktionieren, aber darüber unglücklich und seelisch krank werden. Das ist in der Regel auch nicht der Wunsch der Eltern, aber das passiert ganz oft in der Nachfolgemaschinerie.
In den nächsten Tagen kommt die Familie zusammen, lasst uns einen Moment innehalten in uns Hören, was wir für Erwartungen an den anderen haben und ob diese wirklich notwendig sind?

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