Gestern Nachmittag, auf dem Rückweg vom Mandanten. Ich fahre durch die verschneite Winterlandschaft, das Telefon klingelt – ein Geschäftspartner. Wir Unterhalten uns über Themen, die uns gerade bewegen, er hat zwei Kinder, aktuell beide zu Hause im Homeschooling. Der kleine Grundschüler zweite Klasse, die große 13 Jahre in der siebten Klasse. Er ist froh, gerade nicht aktiv im Mandat unterwegs zu sein.

Ich lauschte ihm gespannt: „Ich bin froh, dass ich mich um die Kinder kümmern kann. Das ist wichtig, denn ich schaue, dass sie regelmäßig zwischen den Unterrichtseinheiten an die frische Luft kommen. Bewegung ist wichtig, wenn sie den ganzen Tag am Computer sitzen. Außerdem braucht das Gehirn Wasser und wenn die Kinder den ganzen Tag am Computer sitzen, müssen sie regelmäßig trinken. Und nicht zuletzt ist Obst wichtig, Vitamine und leichte Kost, dass das ganze Blut nicht in den Magen geht und im Kopf bleibt.“ Wie gut wir doch bei unseren Kindern Bescheid wissen. Wie lange sitzt du am Computer, ohne dich zu bewegen oder gar nach draußen zu gehen – wenn ich gerade zu einer Raucherpause. Was trinkst du auf Arbeit? Kaffee? Oder braucht auch dein Körper und Gehirn Wasser? Eine Kaffeemaschine steht wohl in jeder Firma, aber wie ist es mit Wasser für die Mitarbeiter? Ein paar Euro, die kein Betriebsergebnis verschlechtern, aber aktiver Gesundheitsschutz sind.

Was steht in deiner Firma an der Anmeldung auf dem Tresen? Bonbons, Süßkram oder ein Schale mit Äpfeln? Ich war vergangenen Sommer in einem Chemieunternehmen in Frankfurt, da standen in der Küche für alle Mitarbeiter Erdbeeren. Ich fand eine schöne Wertschätzung für seine Mitarbeiter.
Im Moment sind die meisten Büroangestellten von uns im Homeoffice.
Sorge nicht nur für deine Kinder mache zwischen den vielen Videokonferenzen einen Moment Pause, nehme dir Zeit für ein Glas Wasser, einen Apfel und ein paar Schritte, egal ob bei Regen oder in der Sonne an der frischen Luft.

Wie ich diese Zeilen schreibe, überlege ich mir, wie ich mit mir umgehe.
Wenn du diese Zeilen liest, frage auch du dich, wie du mit dir um gehst.
Sei gut mit dir! Dein Körper, deine Seele, aber auch deine Kinder werden es dir danken.

Am vorletzten Samstag kam ich am Rande eines Workshops mit einer jungen Frau ins Gespräch. Sie ist Mitarbeiterin in eines Hamburger Lebensmittelkonzern und wollte von mir gerne wissen woran es liegen könnte, dass die Einführung agiler Unternehmensstrukturen in Ihrem Unternehmen nicht richtig funktioniert. Sie berichtete mir, dass im Unternehmen die Teams nun agil arbeiten sollen. Man hätte den Teams die agile Arbeitsweise erklärt und diese sollen sie nunmehr umsetzen. Es würde jedoch nicht vorangehen und die meisten seien mit diesem Prozess sehr unzufrieden. Meine Fragen, ob auch die Führungskräfte geschult worden sein, die Mitarbeiter wissen wo die Visionen und die Ziele des Unternehmens liegen, verneinte sie leider.
Ich mache in den letzten Monaten immer häufiger die Erfahrung, dass in Unternehmen agile Werkzeuge angewendet werden und man der Meinung ist, dass damit eine agile Transformation im Unternehmen erfolgt ist. Leider ist dieser Ansatz ein Irrweg und nicht von langer Dauer. Die Einführung von agilen Unternehmensstrukturen ist gewiss ein langer Weg, es reicht nicht aus, ein paar Teams agil umzustellen und zu glauben, dass dann alles besser wird. Ein bisschen agil, das geht nicht. Oft entsteht hier bei Mitarbeitern schon „verbrannte Erde“ welche die Bereitschaft für eine wirkliche Transformation extrem erschwert.
Ich hoffe, das zunehmend Unternehmer und Führungskräfte erkennen, dass Kundennähe, Verbesserung der Produktivität von Teams, Teammoral und Teammotivation nur durch die Veränderung des Mindsets und einem strukturierten Angehen des agilen Transformationsprozesses möglich ist.