Kommunikation in Zeiten von Corona

Herausforderungen für Unternehmen

Was passiert gerade mit der Kommunikation in diesem Lande? In den letzten Wochen hat die Regierung Entscheidungen getroffen, ohne das Parlament zu integrieren. Am Mittwoch ging ein neues Gesetz durch das Parlament, das grundlegend ins Grundgesetz eingreift. Wo ist hier die notwendige öffentliche Debatte? Zerstört die Angst vor einer Krankheit und die Folgen daraus die Kommunikation in unserem Lande?

Vor einigen Wochen hatte ich ein Gespräch beim Abendessen mit einer Studentin. Sie hält es für eine Zumutung, dass sie nun wieder zur Vorlesung gehen solle. In einem Hörsaal, mit anderen Studenten. Sie habe sich schon so an das Online-Semester gewöhnt, dass sie auf Präsenzveranstaltungen und die „Gefahren“, die von diesen ausgehen, keine Lust mehr habe. Mein Einwand, dass der reale Austausch, das Diskutieren und Streiten über Themen doch das Studieren ausmache, konnte sie nicht nachvollziehen.

In vielen Unternehmen gibt es Mitarbeiter, die nunmehr seit über einem halben Jahr im Homeoffice tätig sind. Für sie ist die Video-Konversation zum Standard geworden. Wir wissen, dass wir die Videokamera ansehen müssen, dass sich die Person auf dem anderen Bildschirm angesehen fühlt. Damit schauen wir auf einen roten Punkt am Computer und nicht mehr unserem Gegenüber in die Augen.

Wobei doch genau dieser Blickkontakt ein grundlegendes Element der gemeinsamen Kommunikation ist. In der Kommunikation spielt nicht nur die sprachliche Verständigung eine wesentliche Rolle, sondern es sind vielmehr die averbalen Signale, die die Botschaft beim Empfänger ankommen lassen. Diese gehen leider in der online Kommunikation völlig verloren.

Verantwortung für Führungskräfte steigt

Die Schließung der Restaurants und die Kontaktbeschränkungen haben seit Anfang November 2020 neben der beruflichen kommunikativen Interaktion auch die private über weite Teile der Gesellschaft gelähmt. Vorsicht mag gewiss richtig sein, wir dürfen jedoch nicht vergessen, der Mensch ist ein soziales Wesen und Isolation führt zur Vereinsamung und Krankheit. Wenn ich heute sehe, dass Enkelkinder mit ihren Großeltern über das Fenster oder über den Balkon sprechen, erinnere ich mich an meine Kindertage, als im Zoo der einsame Tiger in seinem kleinen Käfig den Gitterstäben entlang immer wieder von rechts nach links lief.

Es ist an uns, als Führungskräfte und verantwortungsvollen Mitarbeitern, die Bedeutung der Kommunikation und des realen Austauschs zurück in den beruflichen Alltag zu holen. Kollegen, Mitarbeiter, Teams und unsere Unternehmen können sich nur weiter entwickeln, wenn Menschen miteinander in den Austausch gehen, auf bestimmten Ebenen schwingen und so kreative Ideen entstehen dürfen. Somit haben wir vielleicht wieder einen Grundstein gelegt, dass der Einzelne zurück in die Kommunikation in seiner Familie, mit seinem Nachbarn, seinen Freunden oder den Menschen auf der Straße kommt.

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